Deutsch-Chinesisches Kulturprogramm 2017

Historie

Rückblick auf 45 Jahre Deutsch-Chinesische Freundschaft

In den vergangenen 45 Jahren haben zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen stattgefunden. In der folgenden Aufstellung können Sie sich einen Eindruck davon verschaffen, welcher reichhaltige Kulturaustausch stattgefunden hat.

2015

CHINA 8 – zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr
15. Mai – 13. September 2015

Acht Städte an Rhein und Ruhr, neun Museen, rund 120 Künstler – die Ausstellung CHINA 8 war die bis dahin umfangreichste Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst in Deutschland. Namhafte Künstler waren ebenso vertreten wie jüngere und neue Positionen. Neun Museen aus Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Marl, Mülheim an der Ruhr und Recklinghausen haben sich zu diesem gemeinsamen Projekt zusammengefunden und zeigten Werke aus den Sparten Malerei, Fotografie, Kalligrafie, Tuschmalerei, Skulptur, Installation und Video. Die Acht im Titel der Schau stand nicht nur für die beteiligten Städte, sondern ist auch eine bedeutende chinesische Glückszahl.

Was macht die Kunst in China heute? In zahlreichen Facetten war zu sehen, was chinesische Künstler aktuell bewegt und motiviert, welche Themen und Bildsprachen wichtig sind, welche stilistischen Wege eingeschlagen werden und ob es so etwas wie „die chinesische Kunst“ überhaupt gibt. Bei der Auswahl der künstlerischen Positionen wurden für jeden Ausstellungsort folgende Schwerpunkte gesetzt: Das Duisburger Lehmbruck Museum präsentierte Skulpturen, das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr Installationen und junge Kunst, das Kunstmuseum Gelsenkirchen Tuschemalerei und Kalligrafie, die Kunsthalle Recklinghausen legte ihren Schwerpunkt auf eher junge und kritische Malerei, das MKM Museum Küppersmühle in Duisburg auf etablierte Malerei. Film und Video wurden im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl gezeigt, Installationen und Angewandte Kunst im Osthaus Museum Hagen und Fotografie im Museum Folkwang in Essen. Das NRW-Forum Düsseldorf bildete das Entrée zur Ausstellung und versammelte Werke mehrerer beteiligter Künstler aus unterschiedlichen Sparten.

Die künstlerische Gesamtverantwortung lag in den Händen von Walter Smerling (Sprecher des Kuratoriums und Direktor des MKM Museum Küppersmühle), Tobia Bezzola (Direktor des Museum Folkwang) und Ferdinand Ullrich (Direktor der Kunsthalle Recklinghausen). Das Kuratorium hat im Dialog mit den Direktorinnen und Direktoren der beteiligten Museen die künstlerische Gesamtkonzeption erarbeitet. „Die Künstler in China sind dabei, ihre eigene Sprache zu finden“, sagte Kuratoriumssprecher Prof. Walter Smerling, „dies möchten wir mit der Ausstellung CHINA 8 eindrucksvoll in neun Museen und acht Städten dokumentieren. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 hat gezeigt, zu was die Kulturmetropole Ruhr durch partnerschaftliche Kooperation fähig ist. Daran möchten wir mit unserem Ausstellungsprojekt anknüpfen und freuen uns ganz besonders, über die enge Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Düsseldorf.“

Veranstalter von CHINA 8 war die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn, die bereits mit den Ausstellungen „China!“ (1996) und „Chinart“ (2002) zeitgenössische chinesische Kunst in Europa präsentiert hat. Gefördert wird die Ausstellung von der Brost-Stiftung und der Evonik Industries AG. Exklusive Partner der Schau waren Finnair Plc und der Flughafen Düsseldorf.

2012/2011

Kulturjahr Chinas in Deutschland 2012

Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film, Architektur und Bildende Künste – das Kulturjahr Chinas in Deutschland 2012 eröffnete vielen Deutschen die Möglichkeit, China aus der Nähe zu betrachten. Mit über 500 Events in mehr als 30 Städten und über 1.500 Künstlern präsentierte sich China umfassend wie nie zuvor.

Anlass für das Kulturjahr 2012 war das 40-jährige Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Deutschland. Kooperation und Dialog waren die Kernideen des Kulturjahres. Mit über 40 Kulturinstitutionen wurde hervorragend zusammengearbeitet. Der Dank gilt den Einrichtungen in den beteiligten Bundesländern, Städten, Festivals und Stiftungen.

Musik spielte eine zentrale Rolle im Kulturjahr Chinas in Deutschland. Chinesische Künstler präsentierten sich auf den wichtigsten Musikfestivals des Landes. So setzte das Schleswig-Holstein Musikfestival 2012 einen Länderschwerpunkt China. Mehr als 40.000 Musikfreunde hörten die 59 chinesischen Konzerte. Beim TFF Rudolstadt gaben chinesische Musiker innerhalb von drei Tagen mehr als 20 Konzerte. Künstler aus China traten außerdem auf der Münchner Musikbiennale auf, dem Young Euro Classic und den Internationale Maifestspielen. Chinesische Bands spielten auf dem C/O Pop-Festival in Köln und rockten – mit großem Erfolg – das Wacken Rock Festival.

Den Höhepunkt und Abschluss des Kulturjahres Chinas in Deutschland 2012 bildete die Weltpremiere einer Bearbeitung von Gustav Mahlers Meisterwerk „Das Lied von der Erde“ am 13. Januar 2013 im Konzerthaus Berlin. Unter der Leitung des chinesischen Dirigenten Muhai Tang spielte das Zhejiang Symphony Orchestra. Ein Jahrhundert nach der Uraufführung realisiert Tang in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Cord Garben seine lang gehegte Idee, Mahlers „Das Lied von der Erde“ durch Integration chinesischer Instrumente zu einer wahren Sinfonie zweier Kulturen weiter zu entwickeln. Das Konzert passte wunderbar auf das Motto des Kulturjahres, es zeigt den Dialog zwischen den Kulturen und zugleich den Dialog zwischen den Musikern aus China und Deutschland.

Die Kunst der Aufklärung
Eine Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
1. April 2011 bis 31. März 2012, Peking, Chinesisches Nationalmuseum

Anlässlich der Eröffnung des Chinesischen Nationalmuseums of präsentierten die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München gemeinsam die Ausstellung »Die Kunst der Aufklärung«. Mit ihren Leihgaben – darunter Meisterwerke von Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, Thomas Gainsborough, Antoine Watteau, Giovanni Battista Piranesi und Francisco José de Goya y Lucientes – zeigten sie die Kunst der Aufklärung in neun Sektionen – von der Malerei, Skulptur und Grafik über das Kunsthandwerk und die Mode bis hin zu kostbaren wissenschaftlichen Instrumenten. Die Ausstellung bot einen tiefen Einblick in die Entwicklung einer künstlerischen und geistigen Wissbegierde und Weltoffenheit, die prägend für diese Epoche der europäischen Geschichte war. Der Kooperationsvertrag mit dem Chinesischen Nationalmuseum wurde im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Berlin unterzeichnet. Die Schirmherrschaft für das Projekt übernahmen die Präsidenten beider Länder.

2009

Im Zeichen des weißen Adlers. Höfische Kunst aus Sachsen und Polen (1670 – 1763)
The Splendor of the White Eagle: Arts and Power at the Saxon-Polish Court (1670 – 1763)
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Palastmuseums Beijing
8. April bis 8. Juli 2009, Peking, Palastmuseum

Glanzvoller Abschluss und Höhepunkt des »China-Jahres« 2008 der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden war eine groß angelegte Ausstellung, in der kulturvergleichend die Darstellung von Macht mit den Mitteln der Kunst am sächsisch-polnischen Hof sowie am chinesischen Kaiserhof im 17. und 18. Jahrhundert untersucht wurde. Dem Gedanken des Kulturaustausches folgend waren im Sommer 2009 im Palastmuseum in der Verbotenen Stadt in Peking die sächsischen Kunstschätze, die zuvor Teil der Präsentation im Dresdner Residenzschloss waren, zu erleben. Anders als in Dresden stellte die Aus-stellung »Im Zeichen des weißen Adlers. Höfische Kunst aus Sachsen-Polen (1670 – 1763)« in einer kulturhistorischen Betrachtung ausschließlich Kunstobjekte des sächsisch-polnischen Hofes vor.

Goldener Drache – Weißer Adler: Kunst im Dienste der Macht am Kaiserhof von China und am sächsisch-polnischen Hof (1644 – 1795)
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Palastmuseums, Peking
11. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009, Residenzschloss Dresden

Herrschaft bedurfte nicht nur realer Macht, sondern vor allem auch der Inszenierung. Der Vergleich kulturell unterschiedlich geprägter historischer »Schaltzentralen der Macht« verdeutlicht Funktionsweisen höfischer Repräsentation. Im Fokus der Ausstellung standen Gemeinsamkeiten wie Unterschiede im Umgang mit den Künsten, im Zeremoniell und in der Sammlungspolitik. Erstmals wurden Kunstwerke aus dem chinesischen Kaiserpalast in Peking zusammen mit Objekten aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt. Der chinesische Kaiserhof, unerreichbar in der Vielfalt seiner Schätze, fand ein würdiges Pendant im sächsisch-¬polnischen Hof, einem Zentrum der europäischen China-Mode. Die Bandbreite der rund 400 hochkarätigen Exponate zeigte in sechs Abteilungen »Repräsentation der Herrschaft«, »Festkultur«, »Hofstaat«, »Herrschaftliche Architektur«, »Hofkünste und Wissenschaften« sowie »Politik und Diplomatie«.

2008

Humanism in China. Ein fotografisches Porträt
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, des Museums für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, der Staatsgalerie Stuttgart, der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, und der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Guangdong Museum.
Vom 27. Mai bis 25. August 2006, Museum für Moderne Kunst Frankfurt
Vom 28. Oktober 2006 bis 18. Februar 2007, Staatsgalerie Stuttgart
Vom 4. Mai bis 8. Juli. 2016, Museum für Fotografie – Staatliche Museen zu Berlin
Vom 19. Juli bis 28. Oktober 2007, Pinakothek der Moderne München
Vom 29. Februar bis 1.Juni 2008, Lipsiusbau – Staatliche Kunstsammlungen –Dresden

Anhand von rund 600 Dokumentaraufnahmen von 250 Fotografen spiegelte die Ausstellung vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Modernisierung Chinas in den letzten fünf Jahrzehnten den Alltag der Menschen in den Städten und auf dem Land. Aus dem Blickwinkel chinesischer Fotografen wurden vier große Themenbereiche kritisch erschlossen: Existenz, Beziehung, Begehren und Zeit. Jenseits des wirtschaftlichen Booms in Chinas Metropolen kündeten die Bilder von den Veränderungen der Alltagswelt im Zuge eines radikalen kulturellen Umbruchs.

Gerhard Richter. Bilder 1963 – 2007
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Museum Frieder Burda, BadenBaden, in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München und den Staatlichen Museen zu Berlin
15. Mai bis 2. Juli 2008, National Art Museum of China, Peking

Erstmals in China war eine umfangreiche Retrospektive mit Bildern von Gerhard Richter zu sehen. Der Künstler hatte die Auswahl und Präsentation der Exponate selbst bestimmt. Wie kaumein anderer internationaler Gegenwartskünstler hat Gerhard Richter auch auf die junge Künstlergeneration in China einen immensen Einfluss ausgeübt.

Living Landscapes. A Journey through German Art
Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
15. Mai bis 2. Juli 2008, National Art Museum of China, Peking

Die Ausstellung zeigte eine hochkarätige Auswahl deutscher Landschaftsmalerei der vergangenen 200 Jahre. Das Sujet »Figur und Landschaft« ist bestimmendes und verbindendes Moment der Gemälde von der Romantik über den Expressionismus bis zur Gegenwart. Alle drei künstlerischen Epochen sind für die Geschichte Dresdens, Berlins und Münchens als Zentren der Künste entscheidend und bilden Sammlungsschwerpunkte der staatlichen Gemäldesammlungen.

Ost trifft West
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit freundlicher Unterstützung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen
15. Juni bis 14. September 2008
Brühlscher Garten, Brühlsche Terrasse

Die Begleitausstellung »Ost trifft West« wurde von der in Peking geborenen und in Berlin lebenden Designerin und Künstlerin Yang Liu konzipiert und gestaltet. In prägnanten Piktogrammen wurden die deutschen und chinesischen Kulturunterschiede ironisch humorvoll gegenübergestellt – eine Einladung zur offenen Diskussion über die kulturelle Identität und das Wertesystem der einzelnen Länder.

Chinese Gardens for Living: Illusion into Reality
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des National Art Museum of China, Peking
28. Juni bis 31. Oktober 2008, Schloss Pillnitz, Bergpalais und Schlosspark

Das Prinzip von sich anziehenden und stetig bewegten Gegensätzen, von Yin und Yang, bestimmt die Philosophie des chinesischen Gartens. Das harmonische Zusammenführen dieser Pole ist übergeordnetes Ziel im fernöstlichen Verständnis des »Gartens«, der gleichzeitig einen Ort zum Leben, aber auch ein philosophisches Konzept meint. Unterschiedlichste Werke zeitgenössischer chinesischer Künstler, die sich mit dieser Lehre auseinandersetzen, verwandelten das Bergpalais und Teile des Schlossparks in einen Ort voller Ideen und Visionen.

Zeichen im Wandel der Zeit. Chinesische Tuschemalerei der Gegenwart
Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit dem National Art Museum of China, Peking, und den Staatlichen Museen zu Berlin
28. Juni bis 14. September 2008, Kunsthalle im Lipsiusbau
27. Juni bis 24. September 2008 ,Berlin, Sonderausstellungshalle der Museen Dahlem

Im Mittelpunkt der Ausstellung stand die Erneuerung der traditionellen Landschafts- und Blumenmalerei Chinas durch zeitgenössische chinesische Künstler. Etwa 90 Exponate veranschaulichten den Rückgriff auf die althergebrachte Tradition der Tuschemalerei und ihre zunehmende Weiterentwicklung. Neben klassischen Rollbildern aus Papier waren auch Installationen und Videokunst zu sehen. Zeitgleich zur Dresdner Präsentation arrangierten die Staatlichen Museen zu Berlin eine gleichnamige Parallelausstellung, welche der Darstellung des Menschen im sozialen Gefüge des modernisierten China gewidmet war.

2007/2006

Tibet – Klöster öffnen ihre Schatzkammern
19. August bis 26. November 2006, Villa Hügel in Essen
21. Februar – 28. Mai 2007, Museum für Asiatische Kunst Berlin

Erstmals sind in Deutschland rund 150 Meisterwerke aus den Sammlungen Tibets zu sehen. Der Potala-Palast in Lhasa mit seiner schier unermeßlichen Sammlung, der Sommerpalast der Dalai Lamas – Norbulingka -, das Tibet Museum und das Yarlung Museum in Tsethang entliehen glanzvolle Skulpturen, farbenprächtige Gemälde, kostbare Manuskripte und reich verziertes Altargerät. Eine Weltpremiere stellt die Ausstellung in sofern dar, als dass zum ersten Mal einige der bedeutendsten Klöster Zentraltibets – Sakya, Tashi Lhünpo, Palkhor Chöde in Gyantse, Shalu und Mindröl Ling – dafür gewonnen werden konnten, Schätze aus ihren reichen Sammlungen als Leihgaben zur Verfügung zu stellen. Den Äbten dieser Klöster ist daher ganz besonders zu danken. Obwohl sie diese herausragenden Kunstwerke als Kultbilder verehren und ihnen die Vorstellung von autonomer Kunst fremd ist, waren sie bereit, sie als Botschafter der tibetischen Kultur und Religion einem westlichen Publikum zugänglich zu machen.

Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung

„Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ war eine Veranstaltungsserie der Bundesrepublik Deutschland in China mit dem Ziel, gegenseitiges Verstehen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit zu fördern und das Bild von Deutschland als einem zukunftsorientierten, innovativen Land zu stärken. Die Veranstaltungsreihe stand unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Hu Jintao. Sie wurde im August des Jahres 2007 von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Anwesenheit von Ministerpräsident Wen Jiabao feierlich eröffnet.

Zwischen Herbst 2007 und Frühjahr 2010 gastiert „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ in wichtigen regionalen Zentren Chinas: Nanjing (Herbst 2007), Chongqing (Mai 2008), Kanton (Herbst 2008) sowie zwei bis drei weitere Stationen 2009/2010. Den Schlusspunkt setzt die Weltausstellung in Shanghai 2010. Träger der Veranstaltungsserie ist das Auswärtige Amt. Partner sind der Asien-Pazifik Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA), das Goethe-Institut und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Weitere Beteiligte sind Bundesministerien, Länder, Kommunen, Unternehmen und andere Institutionen. Chinesische Partner sind das Außenministerium der Volksrepublik China sowie die Provinz- und Stadtregierungen der jeweiligen Stationen.

2001

CHINA FEST BERLIN
China feierte ein Fest in Berlin! Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen September 2001 präsentierte sich das Land mit einer bunten Palette hochkarätiger kultureller Beiträge. Der Fokus der Asien-Pazifik-Wochen lag in diesem Jahr auf einem Land, das im Zuge seiner Öffnung in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen rasante Veränderungen erlebt – der Transrapid mag dafür ein Sinnbild sein. In diesem Moment des Wandels erinnerte China an seine reiche kulturelle Geschichte und definiert seine künftige Identität im globalen Gefüge.

Wer hat nicht schon einmal von Peking und Kun Oper gehört, von Schattentheater, Drachenfesten, Gongfu oder chinesischen Garküchen? Ob Hoch- oder Alltagskünste: chinesische Tradition, sinnlich, farbenfroh, fern des Vertrauten, können die Berliner in den Theatern, Museen und auf den Strassen der Stadt in eigener Anschauung erleben. Einer der CHINA FEST-Höhepunkte ist zweifellos die Ausstellung von über 1000 Jahre alten buddhistischen Skulpturen gewesen, die 1996 in der Provinz Shandong entdeckt wurden. Sie waren erstmals außerhalb Chinas zu sehen und bleiben seit dem für immer in der Volksrepublik.

Auch das moderne, heutige China kam nach Berlin. Es bewies, dass das „Land der Mitte“ im internationalen Kunstgeschehen „mitten drin“ ist: Das Programm umfasste Ausstellungen zur chinesischen Fotokunst, zum „Avantgardeplakat“ sowie zur Kunst im neuen Medium Internet. Aufregende Projekte der jungen chinesischen Architektur – man denke nur an Shanghai – wurden in einem weiteren Programmschwerpunkt behandelt. Theater und Tanz waren ebenso vertreten: Der für sein progressives Gegenwartstheater international bekannte Regisseur Lin Zhaohua stellte zwei seiner Inszenierungen vor, und die Guangdong Modern Dance Company bürgte für experimentellen Tanz auf höchstem Niveau. „Weltmusik“ aus China ließ interessante musikalische Begegnungen entstehen. Und die Modenschau, die, um 770 v.Chr. beginnend, mehrere Tausend Jahre China auf dem Laufsteg präsentierte, hat in Berlin ähnliche Begeisterung hervorrufen wie zuvor in Paris und New York.

Berlins Strassen und Plätze wurden illuminiert, waren Spielort für Feste, Vorführungen aller Art und für Begegnungen zwischen den Menschen. Zudem ließ eine gut sichtbare LED-Wand am Schlossplatz die Berliner Öffentlichkeit wie durch ein Fenster nach China blicken: Sie zeigte Kunstprojekte, Dokumentarisches sowie Nachrichten und hielt über das CHINA Festprogramm auf dem Laufenden.

Die Berliner Partnerstadt Peking war im Programm mit zahlreichen Beiträgen präsent. Ihr Hauptschauplatz war der Chinesische Garten in Marzahn-Hellersdorf: Der Garten und sein Teehaus wurden mit unterschiedlichsten Aufführungen bespielt, dazu zählten Teezeremonien, Musikdarbietungen mit traditionellen Instrumenten, chinesische Sportarten und Akrobatik, Präsentationen von einheimischem Kunsthandwerk. Sonderveranstaltungen wie ein Malwettbewerb richteten sich speziell an Kinder, andere an Senioren und in Berlin lebende Chinesen.

1996/1995

DAS ALTE CHINA
MENSCHEN UND GÖTTER IM REICH DER MITTE
02. Juni – 05. November 1995 / 02. Dezember 1995 – 03. März 1996, München

„Die bedeutendste chinesische Ausstellung, die jemals außerhalb Chinas gezeigt worden ist“, nennt die englischsprachige „China Daily“ die neue Ausstellung „DAS ALTE CHINA“, die von der Kulturstiftung Ruhr 1995 in der Villa Hügel veranstaltet wurde.

Die Ausstellung zeigte etwa 200 Objekte aus sensationellen neuen Grabungsfunden, die größtenteils China noch nie verlassen haben und ermöglichte dem Besucher einen faszinierenden Einblick in den Entstehungsprozess der alten chinesischen Zivilisation zwischen 5000 v.Chr. bis 220 n.Chr. anhand von Kunstwerken von höchster Qualität und historischer Bedeutung.

Etwa 200 Objekte aus Grabungsfunden der letzten Jahre, alle aus dem Besitz chinesischer Museen und Sammlungen, dokumentierten Frühzeit und Entwicklung der chinesischen Zivilisation zwischen 5000 v. Chr. und 220 n. Chr. und vermittelten Europa gleichzeitig eine Vorstellung von der systematischen Bodenforschung in einem Lande, dessen Stolz auf die eigene Kultur und Geschichte noch heute groß ist. Sie ermöglichten damit dem Kunstfreund zugleich die Bekanntschaft mit der Vor- und Frühgeschichte einer Weltkultur, wie sie in Europa in dieser konzentrierten Auswahl bisher noch nie zu sehen war.

Die Ausstellung beschränkte sich nicht nur auf archäologische Funde von ungewöhnlicher Qualität und historischer Bedeutung, die unser Bild von der chinesischen Kultur verändert haben. Sie bot dem Besucher die einzigartige Gelegenheit, durch diese Zeugnisse einer fernen Vergangenheit nicht nur einen Einblick in den geistesgeschichtlichen Hintergrund der frühen chinesischen Hochkultur zu gewinnen, sondern zugleich auch etwas über das moderne China zu lernen. Texte und Essays berichten von sozialen Strukturen und von der Stellung der Frau, vom Alltagsleben und Familienbezogenheit, von Ahnenkult und frühen Mythen, von Menschen und Göttern im alten Reich der Mitte.